Märchen Blog Parade


Heute bin ich mit der Märchen Parade dran. Und heute werde ich kein Outfit fotografieren. Was ich eigentlich vor hatte. Ich dachte mir, dass man mit dieser Möglichkeit, die man bei einer Märchen Parade hat, etwas anders wundervolles machen kann. Jedes Märchen hat einen Grundgedanken, einen Punkt aus dem man lernen kann und sollte. Ich finde, dass in der heutigen Zeit diese Gedanken, die in den Märchen versteckt sind nicht mehr so wahrgenommen werden und versuche nun sie mit diesem Post wieder ein wenig in den Vordergrund zu rücken.

Da ich hier leider keine Texte rein stellen darf, die ich nicht selbst geschrieben habe, werde ich sie euch nur verlinken. Aber die meisten Märchen, über die ich heute schreiben möchte, sollte jeder kennen und wenn nicht, kann dieser sie auf der verlinkten Seite nachlesen. Ich habe bewusst Märchen genommen, die nicht so berühmt sind wie Aschenputtel, Rotkäppchen oder Dornröschen.

Sterntaler

In dem Märchen von Sterntaler geht es um ein armes Mädchen, welches nur ein Stückchen Brot bei sich trägt und alles nach und nach an Menschen, die ihr auf dem Weg begegnen verschenkt. Selbst das letzte Hemdchen verschenkt sie, damit es anderen gut geht opfert sie sich für sie auf. Am Schluss steht sie nackt im Wald, Sterne fallen auf sie hinab, die sich in Goldtaler verwandeln. Das das nun ein sehr extremes Beispiel ist und man sicherlich nicht mit Goldtalern überhäuft wird, wenn man alles verschenkt, sollte klar sein, aber die Nachricht des Märchens gefällt mir sehr. Wenn man gibt, wenn man anderen hilft, gutmütig und aufopfernd ist bekommt man viel mehr zurück, als das was man vorher hatte. Auch wenn es nicht immer materiellen Wert hat, so kann eine bessere Freundschaft, eine bessere Beziehung zu jemanden wertvoller als Goldstücke sein. Ich finde, dass diese Eigenschaft in der Heutigen Zeit leider immer mehr verschwindet. Leute wollen immer nur und geben zu wenig bis gar nichts. Sie denken nur an sich, helfen anderen nicht mehr. Ich könnte jetzt viel zu viele Beispiele nennen, aber ich denke, dass jeder so ein Beispiel kennt. Auch wenn man völlig Fremden hilft, so sind dankbare Worte und ein Lächeln doch wundervoll. So ist es für mich selbstverständlich für ältere Menschen aufzustehen im Bus, Müttern mit Kinderwagen die Tür aufzuhalten oder einfach nur Kleidung, die man nicht mehr trägt und nicht weiter verkaufen kann zu spenden anstatt sie weg zuschmeißen. Ich bin kein Gutmensch, dass möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen. Aber ich versuche es zumindest. Man sollte versuchen am Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen.

Frau Holle

Bei dem Märchen Frau Holle wird das Thema, was ich eben angesprochen habe noch mals verdeutlicht aber auf eine andere Art und Weiße. In dem Märchen geht es um eine Frau, die zwei Kinder hat. Das eine ist schön und fleißig, muss hingegen alle Dinge im Haushalt tun und opfert sich für Mutter und Schwester auf, die andere Tochter ist hässlich und faul und tut nichts im Haushalt, was die Mutter aber durchaus okay findet, denn sie ist die Lieblingstochter. Eines Tages lässt die schöne Tochter eine Spule in den Brunnen fallen und wird von der Mutter angewiesen, die Spule vom Grunde des Brunnens zu holen. Aus lauter Verzweiflung die Mutter zu enttäuschen, springt das Mädchen in den Brunnen und wird ohnmächtig. Als es wieder erwacht, findet es sich auf einer schönen Wiese wieder. Es begegnet einigen Situationen, wo sie den anderen hilft und gelang zu einem Haus, wo sie eine alte Frau entdeckt. Diese nennt sich Frau Holle. Frau Holle bietet dem Mädchen an zu bleiben, wenn diese ihr Haus putzt und schön die Decken des Bettes aufschüttelt, denn dann so sagt Frau Holle schneit es auf der Welt. Das schöne Mädchen tat wie geheißen und nach einer Weile begleitet Frau Holle sie zu einem Tor, gibt ihr die Spule wieder, welches dem Mädchen in den Brunnen gefallen war. Das Tor öffnet sich und sie wird mit Gold überschüttet, kehrt nach Hause und wird von Mutter und Schwester herzlich empfangen. Nicht aus Nächstenliebe oder weil sie es vermisst hatten, sondern aus dem Grund, dass sie voll mit Gold war. Sie erzählte alles, was ihr passiert war und aus lauter Gier machte sich die Schwester auf und warf die Spule in den Brunnen, sprang hinein und fand sich ebenso auf der Wiese wieder, wie ihre Schwester vor ihr. Sie begegnete die Situationen ebenso, aber tat nichts. Auch sie fand das Haus von Frau Holle, durfte bei ihr bleiben, tat aber nichts im Haushalt, war faul wie immer. Nach einiger Zeit begleitete Frau Holle sie zu dem Tor und gab ihr die Spule wieder. Doch als die Faule unter dem Tor stand wurde sie nicht mit Gold, sondern mit Pech überschüttet.
Hier ist das Beispiel anderen zu Helfen extremer dargestellt, da man auch die Gegenseite, wie es ist, wenn man faul ist und nur an sich denkt verdeutlicht wurde.

Von dem Fischer und seiner Frau


In dem Märchen "Von dem Fischer und seiner Frau" geht es um einen Fischer, der mit seiner Frau in einer kleinen Hütte wohnt, arm ist und durchs fischen sie beide ernährt. Eines Tages fängt der Fischer einen besonderen Fisch, dieser spricht zu ihm und sagt ihm, dass wenn er ihn frei lässt, er sich etwas wünschen kann. Darauf hin lässt der Fischer den Fisch wieder ins Meer fallen und geht nach hause um seiner Frau diese Geschichte zu erzählen. Diese ist erbost, dass ihr Mann sich nichts gewünscht hat. Sie schickt ihn zurück, um ein schönes neues Haus zu erwünschen. Der Fischer ruft den Fisch, erzählt ihm von dem neuen Haus und wünscht es sich, da seine Frau ein Haus möchte. Der Fisch schickt den Fischer nach Hause, da er ihm den Wunsch erfüllt hat. Zuhause angekommen, erblickt er ein wunderschönes Haus. Sie lebten zwei Wochen glücklich zusammen in dem neuen Haus, doch nach einer Weile war seine Frau wieder unglücklich. Der Garten und das Haus seien zu klein, sie wünschte sich in einem Schloss zu wohnen. Der Fischer, der seiner Frau keinen Wunsch abschlagen konnte ging zum Meer, rufte den Fisch, wünschte sich ein Schloss und ging nach hause. Auf ihn wartete ein pompöses Schloss. Doch auch nach einer Weile im Schloss war seine Frau wieder unglücklich. Sie wünschte sich eine Königin zu sein. Wie ihm geheißen, lief der Fischer zum Fisch, wünschte es sich und ging zurück zu seiner Königin. Sie wurde Kaiserin und Päpstin, wollte immer mehr und am Ende wollte sie Göttin werden. Der Fischer lief zum Fisch und wünschte sich, dass seine Frau eine Göttin wird. Der Fisch schickt den Fischer nach hause. Der Fischer tat wie geheißen und sah kein Schloss, keine Kaiserin, keine Päpstin, kein Gott, nein.. seine Frau wieder arm in der schäbigen, kleinen Hütte.
Dieses Märchen finde ich besonders schön und lehrreich. Man darf Wünsche haben, aber sollte damit nicht übertreiben, nicht gierig sein und alles wollen, denn es kann durchaus passieren, dass man alles verliert. Außerdem steht es auch dafür, dass man mit dem froh sein soll, was man hat.

König Drosselbart

Das wohl mir wichtigste Märchen in diesem Post ist das Märchen vom König Drosselbart. Eine Königstochter sollte vermählt werden. Viele Edelleute, Prinzen, Grafen, Fürsten und Herzöge stellten sich bei ihr vor. Doch jeder hatte etwas, was ihr nicht passte. Der eine war zu groß, der andere zu klein, zu dick, zu dünn und einer hatte eine zu große Nase. Sie machte sich über jeden einzelnen lustig. Der König war erbost und schwor ihr, sie zu vermählen mit dem ersten Mann, der an die Türe klopft. Nach ein paar Tagen klopfte ein Spielmann an die Tür. Gesagt, getan sie wurde mit lautem Protest ihrerseits mit dem Spielmann verheiratet. Sie musste zu Fuß hinter dem Spielmann hergehen. Sie kamen an einem Wald, einer Wiese und einer Stadt vorbei. Der Spielmann erzählte ihr, dass all das dem König Drosselbart gehörte. Den König Drosselbart, hatte sie vorher abgewiesen und sich über seinen Bart lustig gemacht. Nach einer Weile kamen sie zu einem kleinen Haus. Dort sollten die beiden leben. Der Spielmann gab der Königstochter verschiedene Aufgaben. Doch für alle Aufgaben war sie zu ungeschickt oder zu unwissend, da sie nie etwas getan hatte in ihrem Leben. Der letzte Weg etwas zu Essen zu bekommen, war im Königshaus als Küchenhilfe zu arbeiten. Dies tat sie und bekam kostenlos Essen und Trinken, was sie in kleine Töpfe verstaute, die sie an ihrem Gürtel befestigt hatte. An einem Tag war ein großer Ball im Königshaus und sie lugte durch die großen Türen in den Ballsaal. Da erblickte sie der König und forderte sie für ein Tanz auf. Sie schämte sich aber zu sehr und wollte weg rennen. Der König, erfasste ihren Arm und zog sie auf die Tanzfläche. Erst da sah sie, dass es sich um den König Drosselbart handelte. Als sie auf die Tanzfläche gezogen wurde, löste sich der Gürtel und alle Speisen ergossen sich auf der Tanzfläche. Alle Leute lachten sie aus. Sie rannte hinaus, doch auf der Treppe holte sie ein Mann zurück, es war wieder der König Drosselbart. Er sagte ihr, dass er und der Spielmann ein und die selbe Person sein, dass er sie nur getäuscht hätte um ihren Stolz zu brechen. Sie brach ich Tränen aus und entschuldigte sich, sagte, dass er sie nicht verdient hätte, da sie nichts könne und sie ihm Unrecht getan hat. Doch der König Drosselbart tröstete sie und nahm sie zur Frau.
Vorurteile und Schubladen-denken ist hier das Stichwort. Kleider machen Leute, aber Kleider macht kein guten Charakter. Man sollte immer zuerst jeden Menschen eine Chance geben, egal wie er ausschaut und da muss ich mir auch noch eine große Scheibe abschneiden. Ich habe diesen einen bestimmten Typ Mann, der mir gefällt und wenn er nun nicht meinem Typen entspricht, dann möchte ich denjenigen auch nicht kennenlernen. Das erinnert mich sehr stark an dieses Märchen.

Ich hoffe euch hat dieser nachdenkliche Post etwas gefallen und mich interessiert nun, welches Märchen ihr favorisieren würdet, wenn es um bedeutsame Eigenschaften bzw. Lebensweisheit geht. Kanntet ihr alle Märchen, die ich aufgezählt habe? Ich finde, dass die Märchen, wo man wirklich etwas daraus lernt, sind zu unbekannt. Schneewittchen und Dornröschen kennt jeder, aber so eine besondere Lebensweisheit steckt da nicht unbedingt drin. Vielleicht konnte ich euch ja ermutigen euch mehr mit Märchen zu beschäftigen. Das würde mich sehr freuen : )

Gestern war Herzballon dran bei der Parade und morgen ist Hannjesch dran. Schaut doch mal bei ihnen vorbei.

Kommentare:

  1. Oh, das ist ein toller Post!
    Meine beiden 'Märchen mit besonderer Botschaft' wären auch "der Fischer und seine Frau" und dazu "des Kaisers neue Kleider".
    "König Drosselbart" kannte ich immerhin vom Titel her, aber der Inhalt hat mir so gar nichts gesagt. Definitiv ein Märchen, das ich noch lesen werde.
    Liebst, Anne (:

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  2. Finde deinen Post über die Märchenanalyse klasse :) man sieht wie viel Mühe du rein gesteckt hast. Persönlich finde ich König Drosselbart am Besten, denn ich habe schon selbst die Erfahrung machen müssen nur nach dem Äußeren bewertet zu werden und daraus gelernt nie jemanden zu verurteilen. Denn das ist das Schlimmste was man jemandem antun kann.

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  3. Ich kenne sie alle, Sterntaler war schon immer mein Lieblingsmärchen, seit ich im Kindergarten beim Schattentheater das Mädchen spielen durfte :)
    Aber die anderen sind auch toll, Drosselbart habe ich auch immer gerne gelesen. Und deine Idee, diese Gedanken wieder in den Vordergrund zu rücken finde ich sehr schön :)
    Danke, dass du mich wieder an diese tollen Märchen erinnert hast! :)

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  4. Also Menschen nicht zu früh zu verurteilen und mir alle Positionen ansehen/hören kann ich gut :)

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  5. ich mag sterntaler, däumelinchen, des kaisers neue kleider, frau holle, eselshaut und der froschkönig sehr gern.
    in meiner kindheit hab ich soooooo viele märchen gehört, gesehen und gelesen ♥ bin auch mal als sterntaler gegangen, meine mum hat mir damals so ein süßes kostüm genäht. hab noch so ein süßes bild davon :)
    liebste grüße,
    maze

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  6. Ein klasse Beitrag. Ich mag "Des Kaisers neue Kleider" sehr gerne, zeigt es doch auf eine ganz einfache Weise, dass Menschen sich in einer Gruppe wohler fühlen, sich jedoch nicht trauen, ihre eigene Meinung zu vertreten, aus Angst, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden. Das Thema wird wohl immer aktuell bleiben.

    Viele Grüße,
    Moppi

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  7. Erst einmal vielen Dank für deinen ehrlichen, langen Kommentar. Über genau solche Kommentare freue ich mich immer am meisten :)

    Was Vampire Diaries angeht: meine Schwester hat mich dazu überredet mit ihr die erste Staffel anzuschauen. Ich hab mich so gelangweilt und war ständig nebenher am Handy. Wenn du wüsstest wie oft ich fassungslos geseufzt hab, wenn sich einer der Vampire mit einem lauten "Zisch" von einem Ort zum anderen "gebeamt" hat. Das Geschmachte fand ich auch so schlimm und dann von einem Moment auf den anderen hat mich die Seriensucht gepackt.. vielleicht ist es wie mit manchen Songs, die man mehrmals hören muss, bevor man sie gut findet. Aber True Blood steht auch schon lange auf meiner "To Watch"-Liste.

    Ich finde du hast das Thema der Bloggerparade super schön & kreativ umgesetzt. Ich musste so schmunzeln als ich die Geschichte vom Fischer und seiner Frau durchgelesen habe. Kenne die Geschichte noch so gut aus meiner Kindheit, die wurde uns so oft vor dem Schlafen gehen erzählt. Besonders toll finde ich es ja, dass du nicht die Mainstream-Märchen ausgesucht hast. Hat mich gerade für einige Minuten in meine Kindheit zurück versetzt und mich daran erinnert, warum ich Märchen so liebe.

    Liebe Grüße
    Bonny

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